Historisches

 

1966 erfolgte die Auflösung der einklassigen Willmersreuther Dorfschule. Die Kinder müssen nun zum Unterricht in die Schule nach Mainleus.
Am Ende des Jahres 1971 verlor die politische Gemeinde Willmersreuth – die um 1811 gegründet wurde – ihre Selbstständigkeit; sie wurde im Zuge der Bayerischen Gebietsreform in die Gemeinde (ab dem 16. September 2000 Marktgemeinde) Mainleus eingegliedert.

1983 gründete das 400 Einwohner zählende Kirchendorf die „Interessengemeinschaft Willmersreuther Bürger“. Zusammen mit den örtlichen Vereinen (Freiwillige Feuerwehr, Gesangverein, Gartenbauverein, Tischtennis-Club, Modell-Flug-Club e.V. und Kirchengemeinde) hat sich diese „IG“ zum Ziel gesetzt, für die Bürger und Vereine endlich ein „eigenes Zuhause mit einem soliden Raumangebot“ zu schaffen. Die Gemeinde Mainleus stellte für dieses Vorhaben der „IG“ das im schlechten Bauzustand befindliche und ungenutzte Dorfschulhaus zur Verfügung. Mit überwältigender Spenden- und Eigenleistungsbereitschaft der Vereine und Einwohner entstand so in vier Bauabschnitten das Bürgergemeinschaftshaus „Willmersreuther Gemeinde-Stuben“ (Gesamtbaukosten: 0,8 Mill. Euro).
Sing-, Spiel- und Vereinsräume, Schulungszimmer, Tee- und Speisenküche, Jugendraum, Krumba-Stube und Toiletten stehen allen Bürgern und Mitgliedsträgern kostenlos zur Verfügung. Die gesamte Anlage wird über den integrierten Wirtschaftsbetrieb finaziell erhalten, übrige Gewinne werden – soweit möglich – umsatzbezogen an die Vereine und Kirche ausbezahlt. Auch die Sängerinnen und Sänger des Jubelvereins Liederhort nutzen nun schon seit über 20 Jahre diese Räumlichkeiten für ihre Singstunden und sonstigen Aktivitäten. Landesweit hat dieses „Pilotprojekt“ Aufsehen erregt und wurde über die Medien mehrmals zur Nachahmung empfohlen. Die Willmersreuther Gemeinde-Stuben sind heute bei Privat- und Vereinsfeiern, bei der Alten- und Jugendbetreuung sowie bei kulturellen, gesellschaftlichen, gemeindlichen oder kirchlichen Anlässen nicht mehr wegzudenken.

Die Gemeindestuben wurden mit großer Eigenleistungs- und Spendenbereitschaft der Bürger in vier
Bauabschnitten (1983, 1987, 1988 und 1999) zum schmucken Zuhause der Vereine und Kirchengemeinde.

Im Jahr 2004, in dem der Gesangverein Liederhort Willmersreuth mit berechtigtem Stolz sein 100-jähriges Jubiläum begeht, darf darauf hingewiesen werden, dass der Mainleuser Gemeindeteil „Göckerlesreuth“ im Jahr 2005 (Festtage am 08. Mai und am 24. - 25. September) „700 Jahre Willmersreuth“ feiern darf.

Wenn die kleine Silberglocke der St. Andreaskirche mit der Umschrift „Ave Maria gratia plena MCCCCXXXIX“ (Gegrüßest seist du, Maria, Hochbegnadete, 1439) die Gläubigen zu den Gottesdiensten dieser beiden Jubiläumsfeste ruft, ist zu wünschen, dass in Geist und Gebet Dankbarkeit und Hoffnung auf eine friedvolle Zukunft zum Ausdruck kommen mögen.
Das 700-jährige Willmersreuth hat durch die Tatkraft seiner Bürgerinnen, Bürger und Vereine mit der Hilfe des Marktes Mainleus und durch die Unterstützung des Landkreises Kulmbach viel zu bieten. Die Dorfgemeinschaftt erfüllt dies mit Stolz – sie ist dafür sehr dankbar!

Hans Krauß, aus der Festschrift "100 Jahre Liederhort Willmersreuth"